Beratung: Mein innerer Widerstand lässt mich erstarren
In der Reihe “Beratung” stelle ich interessante Fragen aus meinen Ordnungs-Workshops vor.
In diesem Artikel geht es darum, dass unser innerer Schweinehund so stark sein kann, dass er uns regelrecht blockiert, wir verkrampfen. In diesem Zustand kommt man natürlich nicht zum Handeln.
Mein Teilnehmer Josef schrieb:
Mein Widerstand ist so stark, dass ich verkrampfe. Ich weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll. Ich habe da keinen inneren Dialog oder so. Es ist teilweise eher eine körperliche Reaktion, d.h. ich kann z.B. das Stück Papier, das ich bearbeiten müsste, gar nicht anfassen, da blockiert mein Körper regelrecht, so dass ich verkrampfe. Oder ich beschäftige mich mit irgendwelchen unwichtigen Sachen und lasse das wichtige liegen bzw. unterbreche und “vergesse” es immer wieder, oft bis es dann zu spät ist.
Meine Antwort:
Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Ich kenne das auch sehr gut. In der Vergangenheit hatte ich immer wieder Phasen, in denen mir selbst leichte Dinge schwer gefallen sind, auch ich habe das als eine Art Starre, eine Blockade empfunden.
Gut ist: Du erkennst, was los ist. Die meisten Menschen machen sich Vorwürfe, halten sich für faul, willenlos etc., weil sie die Blockade nicht erkennen.
Ein Tipp: Wenn Du wieder in diese Situation kommst, dann schaue einfach hin, einfach nur wahrnehmen und sagen: Aha, da ist er ja wieder, der innere Widerstand. Schau dir dann an, was genau du nicht tun möchtest. Meistens ist es so, dass wir Dinge scheuen, bei denen wir befürchten, dass etwas in uns „angekratzt“ wird.
Vielleicht kommt dazu ja ein Bild, ein Gefühl. Wenn eines kommt, dann mache vielleicht eine Skizze oder schreibe deine Assoziationen auf.
Diese inneren Bilder sind extrem hilfreich, wenn es darum geht, solche Blockaden aufzulösen.
Die Einstellung „Ich schaue einfach nur hin und nehme wahr“ ist sehr hilfreich, denn so können wir das Problem lösen, also uns davon loslösen. Wenn wir uns aber dagegen wehren, uns Vorwürfe machen, richten wir erst die Aufmerksamkeit darauf und wir werden das Problem gar nicht mehr los.
Körper-Übungen
Und dann kannst du anfangen, die Blockaden auf der körperlichen Ebene aufzulösen, hier sind zwei hilfreiche Übungen dazu
Übung 1: Schütteln Sie sich fit
Stellen Sie sich locker hin, die Knie ganz leicht gebeugt. Nun stellen Sie sich vor, dass ein Erdbeben Sie erfasst. Ihr ganzer Körper kommt ins Schütteln. Schütteln Sie die Arme, die Beine, den Rumpf. Wippen Sie etwas in den Knien und übertragen Sie diese Bewegung in den ganzen Körper. Dauer: 1-2 Minuten.
Wichtig ist, dass die Hände richtig durchgeschüttelt werden, hier sitzen ganz viele Verspannungen
Übung 2: “Tiger verjagen”
Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Tiger verjagen: gerade stehen, Arme anwinkeln, dass die Fingerspitzen zueinander zeigen. Ausfallschritt nach vorne. Arme nach außen drehen (im Halbkreis, als würde man einen Tisch abwischen, Handflächen zeigen nach unten) und laut “Sch****” rufen. Dann Arme nach oben: “HAAAAAAAAAAAAAAAAA!” (Nach dem Motto: “Ha, ich habe ihn verjagt!”)
Was bringen diese Übungen?
Einen Inneren Widerstand kann man auf der geistigen Ebene nicht auflösen – auf der körperlichen aber sehr wohl. Diese Übungen helfen uns, wieder in den Fluss zu kommen. Diese Übungen können akut in einer konkreten Situation helfen, aber auch langfristig. Plötzlich bemerkt man, dass es einem viel leichter fällt, etwas anzupacken und man weiß gar nicht so recht, woher die Veränderung kommt.
Es lohnt sich auf alle Fälle, das einmal auszuprobieren!
Hilfreiche Einstellungen, die den inneren Widerstand auflösen
- Ich schaue hin und verurteile nicht.
- Ich nehme den inneren Widerstand ernst, er will mir etwas sagen.
- Ich nehme mich an, obwohl ich nicht erledige, was ich sollte.
- Über den Körper kann ich den inneren Widerstand beeinflussen.
Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com
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