Störende Gedanken ausschalten
Oft sind es gar nicht so sehr die Störungen von außen, die uns in der Arbeit unterbrechen – oft kommt die Ablenkung von innen in Form von Gedanken, die uns plötzlich in den Kopf schießen.
Manche von ihnen wollen wir gerne festhalten, weil es eine gute Idee ist, oder weil wir gerade an eine Aufgabe gedacht haben, die wirklich wichtig ist. Andere wieder nerven uns, weil sie uns an etwas Unangenehmes erinnern: eine dumme Bemerkung des Kollegen, etwas, das wir ändern wollen, aber nicht können – die Liste könnte man endlos weiter führen.
Das Resultat ist immer dasselbe: Unser Arbeitsfluss wird unterbrochen, weil wir nicht mit hoher Qualität über mehrere Sachen gleichzeitig nachdenken können.
Wer es also schafft, diese Gedanken schnell wieder aus dem Kopf zu bekommen, der arbeitet effizienter.
Ich plädiere nicht dafür, solche Gedanken zu verdrängen – erstens ist das meistens sowieso nicht von Erfolg gekrönt, zweitens sind viele dieser Gedanken sehr wertvoll, weil sie
- uns zeigen, was uns im Moment wichtig ist.
- uns erinnern, etwas Bestimmtes zu tun.
- uns eventuell wertvolle Ideen liefern.
Nun geht es natürlich nicht darum, jeden Gedanken zu notieren, sondern nur die, die wirklich Aufmerksamkeit abziehen. Welche das sind, merken Sie sehr schnell, wenn Sie ein bisschen achtsam sich selbst gegenüber sind.
Gedanken festhalten
Papier und Stift
Nun kann man natürlich zu Papier und Stift greifen, um den Gedanken zu notieren. Am besten auf einen Block und nicht auf Schmierzettel – das vergrößert nur das Chaos.
Textfeld im Dokument
Wenn ich gerade am PC an einem längeren Dokument arbeite, schreibe ich die Gedanken gleich in das Dokument, in dem ich arbeite. Damit ich sie nach der Arbeit noch wiederfinde, erstelle ich ein Textfeld, dessen Inhalt ich später in eine andere Anwendung einfüge.
Das ganze geht in Word ganz einfach über „Einfügen/Textfeld“.
Gedanken auswerten
Interessant ist es dann die Gedanken auszuwerten. Aufgaben kommen natürlich in ihr (hoffentlich) funktionierendes System.
Für Ideen sollte es ebenfalls einen Speicher geben – ich verwende hier Inforapid, um alles zu sammeln, was aufbewahrenswert erscheint.
Besonders interessant sind störende Gedanken wie „Ich bin zu blöd“, „Der blöde Kunde X“, „Ich schaffe das nicht“ usw. Gerade solche destruktiven Gedanken sollten wir anschauen – natürlich nur dann, wenn sie immer wieder auftreten.
Wenn wir uns bewusst mit dem Problem auseinandersetzen (zu wenig Selbstbewusstsein, Tätigkeiten, die man hasst etc.) dann ist die Chance groß, dass die störenden Gedanken mit der Zeit immer weniger werden. Wer das schafft, profitiert in vielerlei Hinsicht: Er arbeitet schneller, der Widerstand gegen die Arbeit wird geringer (wir alle erledigen lieber Arbeiten, bei denen wir gute Gedanken haben), man fühlt sich also auch wohler.
Störenden Gedanken vorbeugen
Damit bei längeren, wichtigen Arbeiten erst gar nicht so viele störende Gedanken auftreten, ist es eine gute Idee, sich vor Arbeitsbeginn 2 Minuten Zeit zu nehmen und alles aufzuschreiben – Stichworte reichen – was einem momentan gerade im Kopf herumgeht.
Während der Arbeit ist es eine gute Sache positive Gedanken zu pflegen: Denken Sie an die Menschen, denen Sie mit Ihrer Arbeit nützen/helfen/eine Freude machen. Machen Sie sich immer klar, wie wichtig Ihre Arbeit ist. Das ist eine hilfreiche Strategie, um störende negative Gedanken auszuschalten. Wer solche positiven Gedanken pflegt, wird feststellen, wie viel mehr Spaß die Arbeit ihm macht. Dass auch das wieder dazu führt, dass die Qualität der Arbeit steigt und uns alles leichter von der Hand geht, leuchtet ein.
Zusammenfassung
- Den Kopf vor längeren wichtigen Arbeiten ausleeren – 2 Minuten aufschreiben, was einen bewegt.
- Während der Arbeit hartnäckige Störgedanken aufschreiben.
- Gedanken nach der Arbeit ins System einpflegen bzw. auswerten.
Foto: © Yuri Arcurs – Fotolia.com
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