Beratung: “Ich kann einfach keine Papiere wegwerfen”
In dieser Reihe stelle ich interessante Fragen aus meinen Workshops vor – diesmal eine Frage im Workshop “Schluss mit dem Papierchaos“
Birgit schrieb:
“Ich sammle wohl insgesamt einfach zu viel an Papier und kann nicht unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Ich kann Papier ganz schlecht wegwerfen.”

Meine Antwort
Hallo Birgit,
das Weggeben kann man üben – am besten trainiere es jeden Tag: Nimm Dir einige Papiere zur Hand und frage dich: “Muss ich etwas TUN?” Falls ja, dann gleich aufschreiben.
Falls die Antwort “Nein” ist, dann: “Muss ich es behalten?” Da hilft Dir eine Liste mit Aufbewahrungsfristen.
Brauche ich es sicher noch einmal?
Wenn nicht, dann ist das Ding ganz bestimmt nicht wichtig …
Du kannst du dich dann noch fragen, ob du es aufheben willst.
Und da liegt das Problem: Die Angst, etwas loszulassen, man könnte etwas verpassen etc.
Was wir brauchen, kommt zu uns
Ich kenne das auch. Aber je älter ich werde, desto klarer wird mir: Die Dinge, die wir wirklich brauchen, die kommen ganz sicher zu uns.
Nehmen wir an, du gibst ein Buch weg. Jahre später wäre das für deine Entwicklung aber wichtig. Ich verspreche dir: Dieses Buch oder die Information, die darin enthalten ist, wird zu dir kommen. Vielleicht erzählt dir eine Freundin davon oder du siehst es bei ihr oder du siehst es in der öffentlichen Bücherei oder jemand im Zug liest es.
Das hört sich jetzt vielleicht esoterisch an, ist es aber nicht. Wenn man davon ausgeht, dass Gedanken Energie sind (in 100 Jahren werden sich die Leute wundern, dass wir das heute noch nicht global erkannt haben), dann ist es total logisch, warum uns Dinge zu einem bestimmten Zeitpunkt begegnen.
So ein Beispiel habe ich gerade letztens erlebt: Ich war mit meiner Qi-Gong Lehrerin in einer Buchhandlung, in der es eine Second-Hand-Abteilung gibt. Sie suchte ganz dringend ein seltenes Buch, das sie für ihren Kurs brauchte. Und … Es war da.
Vertrauen haben
Ich denke, wenn du ein bisschen Vertrauen dafür entwickelst, dass für dich gesorgt wird (auch mit Informationen), dann wird dir das Weggegeben leichter fallen. Achte mal bewusst darauf, wie dir Dinge begegnen, von denen du sagst “Das war genau das, was jetzt richtig war – genau das habe ich gesucht/gebraucht …” Kennst du solche Erlebnisse? Ich denke, wenn du darauf achtest, wirst du feststellen, dass das immer wieder passiert. Das ist ein wichtiger Schritt, um Ordnung in sein Papierchaos zu bringen. Wer ständig in der Angst lebt, der kann viel schlechter weggeben als jemand, der genau weiß, dass er jederzeit alle Informationen bekommt, die er braucht.
Man muss immer bedenken, dass ein Papier eben mehr ist als eine Information. Das Papier kann Sicherheit bedeuten oder Hoffnung etc. Wer aber weiß, dass stets für ihn gesorgt wird, der muss das Papier nicht horten.
Foto: © iStockphoto.com | LeggNet
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